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Klimafreundlich und aktiv unterwegs im Urlaub: DiVOMO-Abschlussbericht zeigt, wie es gelingt

Wie lassen sich Gäste im Urlaub dazu bewegen, häufiger Bus, Rad oder die eigenen Beine statt das Auto zu nutzen? Das nun abgeschlossene Projekt DiVOMO liefert Antworten und zeigt, dass die Lösung oft weniger in neuer Infrastruktur liegt als in smarter, gästeorientierter Kommunikation. Der Abschlussbericht fasst die zentralen Ergebnisse aus qualitativen und quantitativen Studien zusammen und gibt Tourismusregionen, Betrieben und Mobilitätsanbietern konkrete Ansatzpunkte: von der digitalen Sichtbarkeit vor der Reise über die Rezeption als Mobilitätsdrehscheibe bis hin zu erlebnisorientierten Botschaften, die klimafreundliche Mobilität als echten Teil des Urlaubserlebnisses erfahrbar machen. Hier einmal die wichtigsten Erkenntnisse übersichtlich zusammengefasst:

23 Juni 2026

Wie können digitale Kommunikation, einfache Nutzungssysteme und passende Rahmenbedingungen Gäste dabei unterstützen, sich während ihres Aufenthalts klimafreundlicher vor Ort zu bewegen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Projekts DiVOMO – Digitalisierung der touristischen Vor-Ort-Mobilität.

Das Projekt untersuchte, wie klimafreundliche Vor-Ort-Mobilität in Tirol sichtbarer, einfacher und attraktiver gestaltet werden kann. Im Fokus standen nicht nur infrastrukturelle Fragen, sondern vor allem die Perspektive der Gäste: Welche Informationen brauchen sie? Welche Barrieren halten sie von nachhaltiger Mobilität ab? Und wie müssen digitale Botschaften gestaltet sein, damit klimafreundliche Angebote tatsächlich genutzt werden?

Highlights

  • Klimafreundliche Mobilitätsangebote werden eher genutzt, wenn sie einfach, sichtbar und verlässlich kommuniziert werden.
  • Bequemlichkeit, Zeitersparnis und gute Erreichbarkeit sind zentrale Faktoren bei der Wahl des Verkehrsmittels vor Ort.
  • Digitale Informationen sind besonders relevant, müssen aber stärker entlang der Customer Journey eingebunden werden.
  • App-Zwang, komplizierte Registrierungen und schwer auffindbare Informationen wirken als Nutzungshürden.
  • Aktive Mobilität wie Gehen und Radfahren wird attraktiver, wenn sie als positives Urlaubserlebnis kommuniziert wird.
  • Belohnungen, soziale Normen und emotionale Botschaften können die Bereitschaft zur Nutzung klimafreundlicher Mobilität erhöhen.
  • Mobilitätsentscheidungen werden im Urlaub häufig gemeinsam getroffen, etwa in Familien, Paaren oder Freundesgruppen.

Kurzbeschreibung des Projekts

DiVOMO befasste sich mit dem Spannungsfeld zwischen Tourismus und Verkehr in Tirol. Obwohl in vielen alpinen Regionen bereits öffentliche Verkehrsmittel, Ski- und Wanderbusse, Fahrrad- oder E-Bike-Angebote sowie weitere Mobilitätslösungen bestehen, bleibt die Nutzung des privaten Pkw während des Aufenthalts häufig hoch. Das Projekt setzte daher bei der Frage an, wie bestehende Angebote besser sichtbar, verständlicher und stärker an den Bedürfnissen der Gäste ausgerichtet werden können.

Im Projekt wurden mehrere qualitative und quantitative Studien kombiniert. In sogenannten Gondelinterviews wurden Gäste direkt während Bergbahnfahrten zu ihren Mobilitätsentscheidungen, Bedürfnissen und Barrieren befragt. Ergänzend wurden digitale Kommunikationsbotschaften entwickelt und in einem Virtual-Reality-Experiment getestet. Dabei trafen Teilnehmende in einer simulierten Urlaubswelt Entscheidungen zur Fortbewegung vor Ort. Weitere Studien untersuchten unter anderem Entscheidungsfaktoren für aktive Mobilität, digitale Sichtbarkeit entlang der Customer Journey sowie die Wirkung von Gamification-Ansätzen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Nachhaltige Vor-Ort-Mobilität funktioniert nicht allein über Infrastruktur. Entscheidend ist, ob Gäste Angebote rechtzeitig finden, leicht verstehen und unkompliziert nutzen können. Digitale Kommunikation spielt dabei eine zentrale Rolle – besonders vor der Reise, beim Check-in, während des Aufenthalts und bei der Planung konkreter Wege vor Ort.

Zentrale Ergebnisse der Studien

Die Ergebnisse zeigen, dass klimafreundliche Vor-Ort-Mobilität vor allem dann genutzt wird, wenn sie bequem, einfach zugänglich und gut sichtbar ist. Bequemlichkeit, Zeitersparnis, direkte Erreichbarkeit und verlässliche Informationen spielen bei der Verkehrsmittelwahl eine zentrale Rolle.

Gleichzeitig bestehen weiterhin praktische und digitale Hürden. Dazu zählen unzureichende Taktungen, überfüllte Verkehrsmittel, der Transport von Ausrüstung, schwer auffindbare Informationen sowie komplizierte Registrierungen oder verpflichtende App-Nutzung.

Ein großes Potenzial liegt in der besseren Verknüpfung von Mobilität und Urlaubserlebnis. Angebote werden attraktiver, wenn sie nicht nur als nachhaltige Alternative, sondern als angenehmer Teil des Aufenthalts kommuniziert werden – etwa mit Bezug zu Natur, Bewegung, Gesundheit, Wohlbefinden oder gemeinsamen Erlebnissen.

Auch digitale Kommunikation kann die Nutzung klimafreundlicher Mobilität unterstützen, wenn sie rechtzeitig entlang der Customer Journey eingebunden wird. Besonders wichtig sind gut auffindbare Informationen vor der Reise, beim Check-in, während des Aufenthalts sowie bei der Planung von Ausflügen und Rückwegen.

Spielerische Elemente, Belohnungen und soziale Botschaften können zusätzlich motivieren, sollten aber gezielt eingesetzt werden. Vor allem im Urlaubskontext können sie positive Impulse setzen, während im Alltag klare und einfache Informationen häufig wirksamer sind.

Ergebnisse für die Praxis

Für Tourismusregionen, Betriebe und Mobilitätsanbieter ergeben sich daraus klare Ansatzpunkte:

  • Mobilitätsinformationen sollten bereits vor der Reise sichtbar sein, etwa auf Destinationswebsites, Buchungsplattformen und Social-Media-Kanälen.
  • Die Rezeption kann als Mobilitätsdrehscheibe genutzt werden, indem Gäste aktiv auf Fahrpläne, Leihangebote, Gästekarten und Routen hingewiesen werden.
  • Informationen zu Wegen vor Ort sollten direkt mit konkreten Aufenthaltsangeboten, Erlebnissen und Rückwegoptionen verknüpft werden.
  • Digitale Karten, regionale Apps und Plattformen sollten aktuelle und leicht verständliche Informationen zu Bus, Fahrrad, E-Bike, Fußwegen und Rückfahrtmöglichkeiten enthalten.
  • App-Zwang und komplizierte Registrierungen sollten vermieden werden, da sie die Nutzung klimafreundlicher Angebote erschweren.
  • Aktive Mobilität sollte nicht nur als nachhaltige Alternative, sondern als Teil eines positiven Urlaubserlebnisses kommuniziert werden – mit Gesundheit, Natur, Bewegung, Spaß und Wohlbefinden.
  • Kleine Belohnungen, Vorteile über Gästekarten oder soziale Botschaften wie „Viele Gäste lassen das Auto stehen“ können nachhaltiges Verhalten attraktiver machen.
  • Mobilitätsangebote sollten auch für Gruppen, Familien und Paare verständlich aufbereitet werden, da Entscheidungen im Urlaub häufig gemeinsam getroffen werden.

Fazit

DiVOMO zeigt: Klimafreundliche Vor-Ort-Mobilität wird dann wahrscheinlicher genutzt, wenn sie sichtbar, einfach zugänglich, verlässlich und erlebnisorientiert gestaltet ist. Digitale Kommunikation kann dabei eine wichtige Brücke zwischen bestehenden Angeboten und tatsächlicher Nutzung schlagen – vorausgesetzt, sie ist nah an den Bedürfnissen der Gäste und entlang der gesamten Customer Journey gedacht.

Das Projekt DiVOMO ist nun abgeschlossen, fortgesetzt wird die Forschung rund um das Thema „Aktive Mobilität“ jedoch im Rahmen der BMIMI Stiftungsprofessur für Aktive Mobilität: Bewegung in Freizeit und Alltag am Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck. Auch die Website „Aktiv&Mobil“ wird weiterhin für die Veröffentlichung von Ergebnissen genutzt.

 

Hier noch einmal die wichtigsten Ergebnisse übersichtlich als 2-Pager:

 

 

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Beitragsbild erstellt mit Adobe Firefly