Über die Professur
Sozialwissenschaftlich fundiert – interdisziplinär ausgerichtet
Die Stiftungsprofessur versteht sich als interdisziplinäre Einheit, die Themen aus Wirtschaft, Umwelt, Tourismus und Gesellschaft zusammenbringt und dabei bewusst neue Impulse setzt, innerhalb der Universität Innsbruck wie auch darüber hinaus. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen dazu bewegt, sich aktiv fortzubewegen, und was sie daran hindert. Dabei interessiert uns nicht nur das individuelle Verhalten, sondern auch die Rolle sozialer Einflüsse und struktureller Rahmenbedingungen.
Unser Forschungsansatz folgt dem Prinzip der Transformative Service Research: Wir untersuchen, wie Dienstleistungen das Wohlbefinden von Menschen und ganzen Gesellschaften verbessern können. Mobilität verstehen wir als Zusammenspiel aus Angeboten, Infrastrukturen und sozialen Alltagspraktiken, das Gesundheit, Verhalten und Lebensqualität maßgeblich beeinflusst. Die Stiftungsprofessur ergänzt bestehende technische Forschung um eine menschliche Perspektive und sorgt dafür, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur regional, sondern breit anwendbar sind.
Die Forschung gliedert sich in drei Schwerpunkte:
Kommunikation und Verhaltensökonomie: Wie lassen sich Menschen wirksam zu aktiverer Mobilität bewegen? Wir testen gezielte Maßnahmen wie Nudging, Anreizsysteme oder passgenaue Kommunikation, um psychologische, emotionale und soziale Hürden abzubauen. Das Ziel sind Interventionen, die Gewohnheiten wirklich verändern und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Umfeldern funktionieren.
Tourismus und (Dienstleistungs-)Wirtschaft: Wir erforschen, wie aktive Mobilität in Freizeit und Tourismus attraktiv gestaltet werden kann. Im Fokus stehen Fuß- und Radverkehr als verbindendes Angebot für Tourist:innen, besonders in Kombination mit klimafreundlichem öffentlichem Verkehr. Unser Ziel sind praxistaugliche Konzepte für nachhaltige touristische Mobilitätsketten.
Gesundheit, Sport und Bewegung: Wir fragen, warum Menschen aktive Mobilität in ihren Alltag integrieren oder eben nicht. Neben persönlichen Motiven untersuchen wir auch infrastrukturelle Bedingungen und widmen uns besonders der Alltagsmobilität von Kindern und Jugendlichen. Aktive Freizeitmobilität betrachten wir als Ausgangspunkt, um Bewegung langfristig im Alltag zu verankern.
Multimethodisch – von Labor bis Feld
Um komplexe Fragen rund um aktive Mobilität zu beantworten, setzen wir auf ein breites Methodenspektrum: qualitative und quantitative Verfahren, Laborexperimente und Studien im realen Alltag. Dabei nutzen wir die Infrastruktur der Universität Innsbruck, darunter ein Labor für empirische Verhaltensforschung mit Virtual Reality, Eyetracking und Emotionsmessung. Alle Projektmitarbeiter:innen bringen diese Infrastruktur aktiv in die Mobilitätsforschung ein.
Ergänzt wird das durch moderne Technologien im Feld: Wearables wie Sportuhren für Kinder ermöglichen interventionsbasierte Mobilitätsforschung, eine eigens entwickelte App soll Bewegungs- und Gesundheitsdaten erheben und gleichzeitig verhaltensökonomische Impulse setzen. Unser Anspruch ist es, sinnvoll zu investieren und die Infrastruktur dort auszubauen, wo sie den größten Mehrwert bringt.