Aktive Vor-Ort-Mobilität in alpinen Destinationen: Erkenntnisse aus einer Augmented-Reality-Studie
Was bewegt die Generationen Y und Z dazu, sich in alpinen Tourismusdestinationen aktiv fortzubewegen, und was hält sie davon ab? Eine Augmented-Reality-Studie von Leonie Niemuth untersucht, wie Urlauber:innen ihre Mobilität vor Ort wählen. Dabei zeigt sich: Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, E-Bike oder Auto, die Entscheidung wird von einem Zusammenspiel motivationaler, umweltbezogener und individueller Faktoren geprägt.
07 Okt. 2026
Welche Faktoren motivieren oder hindern Urlauber:innen der Generationen Y und Z hinsichtlich der Nutzung aktiver Vor-Ort-Mobilitätsangebote in alpinen Tourismusdestinationen? Mittels einer Augmented Reality Studie wurden Gruppen mit bis zu vier Personen gleichzeitig in einen fiktiven alpinen Sommerurlaubskontext versetzt, in dem sie einen Ausflug innerhalb ihrer Urlaubsregion planten. Nach einer kurzen Empfehlung der fiktiven Rezeptionistin, diesen Weg aktiv zurückzulegen, musste sich die Gruppe für ein Fortbewegungsmittel entscheiden: Auto (nicht aktiv) oder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem E-Bike (aktiv). Mittels Beobachtungen und Gruppeninterviews, welche in diese Augmented Reality Studie integriert wurden, zeigt das Dissertationsprojekt von Leonie Niemuth, dass die Nutzung aktiver Mobilität durch ein Zusammenspiel von motivationalen, umweltbezogenen und individuellen Faktoren geprägt ist.
Highlights Treiber:
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Motivationale Treiber: Die Haupttreiber für die Nutzung aktiver Mobilität innerhalb der Destination umfassen die Vermeidung autobezogener Nachteile (z. B. Parkplatzsuche, Parkkosten, Vermeidung von Stress), das Genießen der Natur und der Umgebung sowie das Bedürfnis nach
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Umgebungsbezogene Treiber: Kurze Distanzen innerhalb der Destination, gutes Wetter, gut ausgebaute, sichere und naturnahe Fuß- und Radwege sowie die Bereitstellung von Informationen zum aktiven Mobilitätsangebot werden als motivierend empfunden.
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Individuelle Treiber: Die Zusammensetzung der Reisegruppe, das Anreiseverkehrsmittel sowie die körperliche Verfassung prägen die individuellen Treiber aktiver Vor-Ort-Mobilität in alpinen Tourismusregionen.
Highlights Hindernisse:
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Motivationale Hindernisse: Trotz der Bereitschaft für den Hinweg aktive Fortbewegungsmittel zu nutzen, gaben Tourist:innen an, für den Rückweg lieber das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Weitere motivationale Hindernisse waren andere geplante sportliche Aktivitäten oder der empfundene Mangel an Unabhängigkeit.
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Umgebungsbezogene Hindernisse: Lange Distanzen innerhalb der Destination, schlechte Wetterverhältnisse und schlecht ausgebaute Fuß- und Radwege wurden als Hindernisse für die aktive Fortbewegung innerhalb der Urlaubsregion gesehen.
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Individuelle Hindernisse: Mitreisende wie z. B. kleine Kinder oder ältere Menschen sowie die Anreise mit dem eigenen Auto stellen Hindernisse für die Nutzung aktiver Vor-Ort-Mobilität dar.
Die Ergebnisse zeigen weiter, dass motivationale, umweltbezogene und individuelle Faktoren nicht unabhängig voneinander betrachtet werden sollten. Vielmehr bestimmt das Zusammenspiel dieser Faktoren, ob Tourist:innen aktive Mobilität nutzen oder nicht. So können beispielsweise Wege in der Region kurz sein, das Zufußgehen oder Radfahren allerdings durch kleine Kinder oder ein Gefühl der Unabhängigkeit erschwert werden. Aktive Mobilität wird daher insbesondere dann genutzt, wenn Tourist:innen motiviert sind, über die notwendigen persönlichen Voraussetzungen verfügen und die Bedingungen vor Ort diese Fortbewegungsformen ermöglichen.
Im Hinblick auf das Fahrrad als aktives Fortbewegungsmittel zeigen unsere Ergebnisse weiter, dass eine Nutzung durch die Bereitstellung von Leihfahrrädern, welche einfach zugänglich (z. B. direkt im Hotel verfügbar) und optimalerweise in der Gästekäste inkludiert sind, gefördert werden kann. E-Bikes werden insbesondere dann in Erwägung gezogen, wenn längere und steile Strecken zurückgelegt werden müssen sowie ausreichend Ladestationen zur Verfügung stehen.
Basierend auf unseren Ergebnissen sollten Tourismusdestinationen daher:
1) Infrastruktur und Services für aktive Vor-Ort-Mobilität entwickeln und bereitstellen:
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Bereitstellung von hoch-qualitativer aktiver Mobilitätsinfrastruktur (z. B. separate Fuß- und Radwege, Wegführung durch Natur)
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Bereitstellung von multimodalen Mobilitätsangeboten (z. B. bike-and-ride Optionen, Shuttleservices für Rückweg)
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Implementierung von kinderfreundlichen Routen (z. B. Themenpfade)
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Bereitstellung von Fahrradverleihen (ggf. inkludiert in Gästekarte)
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Bereitstellung von E-Bikes, ausreichend Ladesäulen & sicheren Abstellplätzen
2) aktive Mobilität strategisch kommunizieren und positionieren:
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Personalschulungen: Empfehlungen für aktive Mobilität, Informationen zu Wegen, Distanzen, multimodaler Mobilität und Radverleihen
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Aufgreifen von Motivatoren in aktiver Mobilitätskommunikation:
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Möglichkeit zur körperlichen Aktivität aufzeigen
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Möglichkeit zur bewussteren Erkundung des Urlaubsortes und Genießen von Natur hervorheben
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Auf Nachteile der Autonutzung (z. B. Parkplatzsuche, Kosten) hinweisen
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