Aktive Mobilität im Vergleich: Wie Gehen, Radfahren und Autofahren unser Mobilitätserlebnis beeinflussen
Gehen, Radfahren oder Autofahren: die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst nicht nur, wie wir unser Ziel erreichen, sondern auch, wie wir den Weg erleben. Die Bachelorarbeit von Niklas Oberrauch untersucht, wie aktive und passive Mobilität hinsichtlich ihres praktischen Nutzens und ihres emotionalen Erlebens wahrgenommen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass aktive Mobilität nicht nur funktionale Vorteile bietet, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu Zufriedenheit und Wohlbefinden leisten kann. Mehr dazu im Artikel.
29 Juli 2026
Highlights
- Aktive Mobilität (Gehen und Radfahren) wird insgesamt als praktischer und flexibler wahrgenommen als das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel.
- Gehen wird besonders mit positiven Gefühlen wie Entspannung, Freiheit und Freude verbunden, während Radfahren vor allem durch seine funktionalen Vorteile überzeugt.
- Praktischer Nutzen und positive Emotionen steigern die Zufriedenheit mit dem Weg. Für das unmittelbare Wohlbefinden sind vor allem positive Gefühle während der Fortbewegung ausschlaggebend.
- Zwischen Einheimischen sowie Tages- und Übernachtungsgästen zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede in der Wahrnehmung aktiver Mobilität.
- Die Studie überträgt ein bisher vor allem im Tourismus eingesetztes Erklärungsmodell auf den städtischen Alltagsverkehr.
Zusammenfassung
Mobilität wird häufig anhand von Kriterien wie Reisezeit, Kosten oder Umweltwirkung bewertet. Weniger im Fokus steht die Frage, wie sich unterschiedliche Verkehrsmittel auf das persönliche Erleben eines Weges auswirken. Genau dieser Fragestellung widmete sich die Bachelorarbeit Active Mobility and Perceived Wellbeing – Instrumental and Affective Value as Pathways to Satisfaction among Urban Mobility Users in Innsbruck.
Im Frühjahr 2026 wurden dafür 151 Personen an zentralen Mobilitätsknoten in Innsbruck zu ihrer aktuellen Fortbewegung und ihrem Mobilitätserlebnis befragt. Im Mittelpunkt standen die beiden Formen aktiver Mobilität (Gehen und Radfahren), die mit passiven Verkehrsmitteln wie Auto und öffentlichem Verkehr verglichen wurden. Untersucht wurde, wie die verschiedenen Mobilitätsformen hinsichtlich ihres praktischen Nutzens (z. B. Effizienz und Flexibilität) sowie ihres emotionalen Erlebens bewertet werden und wie diese Faktoren mit Zufriedenheit und Wohlbefinden zusammenhängen.
Die Ergebnisse zeigen, dass aktive Mobilität insgesamt sowohl funktional als auch emotional überzeugt. Personen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren, bewerteten ihre Fortbewegung als flexibler und praktischer als Nutzer passiver Verkehrsmittel. Innerhalb der aktiven Mobilität zeigten sich jedoch Unterschiede: Während Radfahren vor allem durch seine Effizienz punktete, wurde Gehen besonders positiv erlebt. Fußgänger berichteten häufiger von Gefühlen wie Entspannung, Freiheit und Freude.
Sowohl der praktische Nutzen als auch das emotionale Erleben trugen zur Zufriedenheit mit dem zurückgelegten Weg bei. Für das unmittelbare Wohlbefinden erwiesen sich jedoch vor allem positive Emotionen während der Fortbewegung als entscheidend. Überraschend war zudem, dass Einheimische sowie Tages- und Übernachtungsgäste aktive Mobilität sehr ähnlich wahrnahmen. Dies spricht dafür, dass eine hochwertige Geh- und Radinfrastruktur sowohl der lokalen Bevölkerung als auch Besucher gleichermaßen zugutekommt.
Auch wenn die Ergebnisse aufgrund der vergleichsweise jungen Stichprobe und der kleinen Gruppen von Autofahrer und Tourist mit Vorsicht interpretiert werden sollten, liefert die Studie wichtige Impulse für die Stadt- und Verkehrsplanung. Sie zeigt, dass attraktive und sichere Wege nicht nur nachhaltige Mobilität fördern, sondern auch das Mobilitätserlebnis verbessern und damit zu mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden im Alltag beitragen.
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Bild erstellt mit ChatGPT